Prof. Katrin von Maltzahn

Wer

Von April 2009 bis Oktober 2014 arbeitete
Katrin von Maltzahn an der HGB Leipzig im Bereich
der künstlerischen Lehre in den künstlerischen
Druckdruckwerkstätten – zunächst gemeinsam mit
Prof. Fritz Best, ab Oktober 2010 mit Prof. Oliver Kossack
sowie projektbezogen mit vielen anderen Kolleginnen
und Kollegen.

Die Werkstätten wurden technisch von Rainer Brandl
im Siebdruck, Ingo Duderstedt im Tiefdruck,
Matthias Kleindienst im Hochdruck und
Bettina Francke in der Lithografie betreut.

WAS

2010 wurde die Plattform „Schnittstelle Druck“ von Katrin von Maltzahn initiiert.
Dazu gehörte ein regelmäßig stattfindendes Seminar, an dem Studierende aller Fach-
richtungen der Hochschule teilnehmen konnten. Das Anliegen war, gemeinsam mit den FachkollegInnen und den Studierenden, Diskurse über zeitgenössische (Bild-)Medien,
mit Schwerpunkt auf Drucktechniken, anzustoßen. Dieses fand innerhalb der Hochschule sowie durch eine nationale und internationale Vernetzung mit anderen Hochschulen, Institutionen und Produktionsstätten in- und außerhalb Leipzigs statt.

Im Mai 2010 wurde in Zusammenarbeit mit Matthias Kleindienst und in Kooperation
mit dem Museum der Bildenden Künste Leipzig das internationale Ausstellungsprojekt „Schnittstelle Druck“ realisiert. Ausgehend von „Schnittstelle Druck“ fanden bis
Oktober 2014 regelmäßig Satelliten-Projekte und Workshops statt. Diese verfolgten spezifische und aktuelle Fragestellungen zu zeitgenössischen Möglichkeiten
im Umgang mit Bildern und Reproduktionstechniken.

DRuckgrafik HEUTE

Seit Anfang des Jahrtausends gibt es einen Paradigmenwechsel im Bereich der grafischen Kunst: Es sind nicht mehr vorrangig Zeichner und Maler, die Drucke produzieren, sondern ebenso Künstler, die sich mit dem bewegten Bild, der dritten Dimension, Licht, Fotografie oder elektronischen Medien beschäftigen. In Ausstellungen tauchen ihre Druckwerke mit autonomen Status auf der gleichen Ebene wie Unikate auf. Es wird nicht vorrangig in druckgrafischen Kategorien gedacht, sondern an die adäquaten Mittel zum Ausdruck von künstlerischen Ideen.

Im Zeitalter der digitalen Medien befinden sich Begriffe wie „Grafisches Denken“ im Prozess einer Umwandlung. Unsere Wahrnehmung sowie unser Anspruch an Bilder haben sich verändert  und damit auch die Motivation Druckgrafik als Medium zu nutzen. In den 1960-er Jahren wurde durch die Möglichkeit der kostengünstigen Vervielfältigung von Kunst Grafik als demokratisches Medium charakterisiert. Mittlerweile denken wir über die „traditionellen Medien“ verstärkt in Bezug auf ihre spezifische Bildqualität nach, die im Kontrast zu der schnellen Bilderwelt der Gegenwart steht.

Die Langsamkeit bei der Produktion der Bilder oder die Dauer, die ein Werk den Betrachtern beim Schauen abfordert, radikalisieren druckgrafische Kunstwerke im 21. Jahrhundert.
Alle Formen von Drucktechniken können bedeutungsvoll in der Gegenwartskunst sein. Es gilt, Begeisterung für den Druck und seine vielfältigen Möglichkeiten auf Kunststudierende der unterschiedlichen Fachrichtungen zu übertragen und mit innovativen Projekten und Fragestellungen neue zeitgenössische Möglichkeiten im Umgang mit Druckmedien zu erforschen und umzusetzen. Das bedeutet, Brücken und Dialoge zwischen Tradition und Gegenwart zu schaffen, wertvolle Traditionen zu erhalten und durch neue Impulse zu erweitern und zu bereichern.